Darwins wahre Botschaft: haben Sie die übersehen?
von Carl Wieland
Darwin's real message:
have you missed it?
Creation: Volume 14 Issue 4
Der bekannte Professor Stephen Gould 1
von der Harvard University, USA, ist ein entschiedener Gegner
der Schöpfungslehre (und ein Marxist); vielleicht ist er der beste
Kenner der Geschichte des Evolutionsgedankens und aller Dinge
aus dem Darwinschen Umfeld.
Ich bin froh, dass er und ich wenigstens über eine Sache die
gleiche Auffassung haben – nämlich über die wahre Bedeutung
von 'Darwins Revolution.' Und wir stimmen auch darin überein,
dass heute – etwa eineinhalb Jahrhunderte nach Darwin - die große
Mehrheit der Menschen überall auf der Welt gar nichts davon wissen
will. Gould stellt fest, dass Darwins Lehre ohne Plan, ohne Ziel
und ohne Zweck ist – anders gesagt, sie ist reiner philosophischer
Materialismus. Darwin selbst wusste das auch sehr gut und meinte
es auch so.
Mit 'Materialismus' meint er nicht den Drang, mehr und noch mehr
materielle Dinge zu besitzen, sondern den Glauben, dass Materie
die einzige Realität ist. In diesem Glaubenssystem entstehen aus
Materie, die man sich selbst überlässt, alle Dinge und auch das
menschliche Gehirn. Dieses Gehirn erfand dann die Idee des Übernatürlichen,
von Gott, vom ewigen Leben und so weiter.
Es ist naheliegend, dass Christen, die mit der Evolutionslehre
einen Kompromiss schließen möchten und besonders solche, die andere
ebenfalls dazu ermutigen, diese Auffassung nicht als die wahre
Bedeutung des Darwinismus hinnehmen wollen. Solche 'theistischen
Evolutionisten' glauben, sie könnten das 'Baby', die Evolution,
akzeptieren (und so ihr Gesicht vor der Welt wahren), während
sie das 'Badewasser', den Materialismus, ausgießen. Ich will hier
nicht auf die vielen Gründe eingehen, warum die Idee der Evolution
und der langen geologischen Zeitalter so zersetzend auf das biblische
Evangelium einwirkt 2
(selbst, wenn die Evolution als Plan und Ziel von einem 'Gott'
gesehen werden könnte).
Mein Ziel ist es (entsprechend dem von Gould, nur mit einem anderen
Motiv), die Leute auf diesen sehr verbreiteten gedanklichen blinden
Fleck hinzuweisen, damit sie aufwachen und merken, was Darwin
wirklich meinte. Warum ist es wahr, wie Gould auch aufzeigte,
dass sogar die große Mehrheit der evolutionsgläubigen Nicht-Christen
nichts von der totalen Planlosigkeit von Darwins Lehre wissen
will? Weil sie sich dann nicht länger mit dem Gefühl trösten kann,
dass es irgendeine Art von Plan und Ziel in unserem Leben gibt.
3
Diese Mehrheit glaubt meist verschwommen (zugleich mit dem Glauben
an die Evolution) an eine Art von unklarem, ätherischem, ausstrahlendem
Gotteswesen - ähnlicher dem 'die Kraft ist mit dir' aus dem 'Raumschiff
Enterprise' als dem persönlichen Gott der Bibel. Üblicherweise
findet sie dann etwas Trost in einem unklaren Glauben zumindest
an die Möglichkeit irgendeiner Art von Leben nach dem Tod; das
erklärt den Erfolg der englischen Kinofilme 'Flatliners'
und 'Ghost'. 4
Gould scheint diese üblichen Ansichten als unglückliche, unlogische
und unnötige Entgleisungen zu bedauern. Er geht natürlich von
der Ansicht aus, dass die Evolution real ist. Er kennt die wahre
Botschaft von Darwin , dass 'da draußen nichts ist – es gibt nur
Organismen, die darum kämpfen, ihre Gene an die nächste Generation
weiterzugeben. Das ist alles.' Es ist demnach Zeit für die Leute,
ihre tröstenden Märchen aufzugeben und sich über die materialistische
Bedeutung der Evolution klar zu werden.
Ich betrachte solche Annahmen (vom kosmischen Ziel in einer darwinistischen
Welt, vom Leben nach dem Tod ohne Glauben an die Existenz des
heiligen Gottes der Bibel) aus mehreren Gründen als traurige Hirngespinste.
Sie führen die Menschen weg von den lebenswichtigen Wahrheiten
der Schrift, von den Tatsachen, die uns der Schöpfer des Universums
mitgeteilt hat. Es ist auch tragisch, dass bekennende Christen
verleitet werden können, eine Philosophie (die Evolution) gut
zu heißen, die von Grund auf dem wahren Kern des Christentums
entgegengesetzt ist und die so viel Unheil in Kirche und Gesellschaft
angerichtet hat.
Auf der Leiter nach oben
Die Evolutionsgläubigen aus allen Bildungsschichten neigen dazu,
in Darwins Botschaft eine Weiterentwicklung zu höheren Stufen
zu sehen; das ist für Professor Gould der Beweis für den überwältigenden
Wunsch, Zweck und Plan in der Planlosigkeit der Evolution zu erkennen.
Die Evolution wird üblicherweise als Leiter nach oben oder so
ähnlich illustriert (sogar auf dem Umschlag einiger Übersetzungen
von Stephen Gould, sehr zu seinem Ärger).
Warum ist das so?
Denken Sie an folgendes: Wenn das Evolutionsscenario wahr ist,
dann trat der Mensch erst am Ende einer unaussprechlich langen
Kette von Ereignissen auf. Er trat erst auf, nachdem 99,999% der
Geschichte des Universums vergangen waren. Nachdem das Leben erschien,
kam es in zwei Dritteln seiner Geschichte nicht über das Stadium
der Bakterien hinaus, und für die Hälfte der restlichen Zeit blieb
es beim einzelligen Stadium! Als Ausweg aus diesen offensichtlichen
Ergebnissen (damit ist gemeint, dass in solchem evolutionären
Universum das Auftreten des Menschen keinen Sinn hat und er nur
zufällig dazukam), musste unsere Kultur, so argumentiert er, diese
riesigen Zeiträume als eine Art Vorbereitungszeit für das
mögliche Erscheinen des Menschen ansehen. Diese Auffassung ist
brauchbar, wenn man an die Idee von der Weiterentwicklung zu
höheren Stufen glaubt. Das Universum und dann die Organismen
wurden immer 'besser und besser', bis wir schließlich auftraten.
Die Zerstörung des Mythos
Es gibt jedoch keinen Hinweis auf diese populäre Mythologie von
'Evolution als Weiterentwicklung' in Darwins 'großartiger Idee.'
Die Veränderungen geschehen zufällig. Jene Organismen, die zufällig
entstehen, weil sie ihrer Umgebung besser angepasst sind und deshalb
eine bessere Chance haben, ihre Gene an die nächste Generation
weiterzugeben, sind durch die natürliche Selektion begünstigt.
Das ist alles. Dieser Theorie zufolge ist die Giraffe, die einen
längeren Hals entwickelt, keine bessere Giraffe - nur eine mit
längerem Hals. Bei gewissen Veränderungen in der Umwelt kann der
längere Hals genauso leicht ein Nachteil sein. Somit ist es auch
keineswegs 'unvermeidlich', dass Menschen oder intelligente denkende
Wesen auftreten. Ich möchte zu Goulds Kommentaren meine Meinung
hinzufügen, dass der Glaube an die Evolution als 'vorwärts und
aufwärts' gerichtete Kraft, die erst zu uns und dann notwendigerweise
auch zu größerer Intelligenz führt, viele Evolutionsanhänger so
sicher macht, dass irgendwo da draußen intelligente Außerirdische
sein müssen.
Radikal
Aber geht Gould nicht ein bisschen weit mit der Annahme, dass
Darwin wusste, wie radikal antigöttlich seine Philosophie war?
War er nicht doch ein liebenswürdiger, trotteliger Naturforscher,
der gerade zur rechten Zeit am rechten Ort war und der durch das
überzeugt wurde, was er auf den Galapagosinseln sah ?
Total falsch! Wenn das, was folgt, zu reaktionär klingt, dann
denken Sie daran, dass Gould (zweifellos ein intellektueller Riese,
der sehr sorgfältig recherchiert hat) mit seinen Ansichten nicht
allein steht, und dass er Zugang zu unveröffentlichten Notizbüchern
von Darwin aus der Zeit hatte, als Darwin ein junger Mann war.
Daraus geht Folgendes hervor:
1. Der Mythos von dem 'liebenswürdigen, schwerfälligen Naturforscher,
der zufällig auf die Evolution stieß, wurde durch eine Autobiographie
gefördert, die Darwin für seine Kinder als Moralpredigt schrieb,
in der er sich selbst bescheiden gab, und die nicht veröffentlicht
werden sollte. Das war zur Zeit der Königin Victoria durchaus
üblich. Seine Notizbücher erzählen eine andere Geschichte, nämlich
die eines ehrgeizigen jungen Mannes, der wusste, dass er eine
der radikalsten Ideen in der Geistesgeschichte hatte.
2. Darwin bekam diese Idee nicht von den Galapagos- Finken –
Gould meint sogar 'er wusste überhaupt nicht richtig, ob sie Finken
waren'. Über die Galapagos- Schildkröten sagt er, dass Darwin
'diese Geschichte auch übersah und sie später nur rekonstruierte'.
Bekam er die Idee durch Beobachtungen bei der Tierzucht? Peter
Bowler schreibt aber in Nature (Band 353, 24, Oktober 1991,
S.713), dass 'viele jetzt annehmen, dass Darwins Analogie zwischen
künstlicher und natürlicher Selektion ein Ergebnis später Einsicht
ist.' Woher kamen also die Ideen?
Unmittelbar vor seinem berühmten 'Einfall' verbrachte Darwin
viele Monate mit dem Studium der volkswirtschaftlichen Theorien
von Adam Smith. Nach Smiths extremer Auffassung von der freien
Marktwirtschaft führt der Kampf der Individuen um persönlichen
Profit auf einem freien Markt (zum Beispiel durch Ausschalten
leistungsschwacher Teilnehmer) zu einer geordneten, leistungsfähigen
Wirtschaft. Obgleich sie nicht gelenkt wird, ist es so, als wäre
dort eine 'unsichtbare leitende Hand.' Die 'Vorteile entstehen
als zufälliger Nebeneffekt des egoistischen Kampfes.'
Es ist natürlich nicht schwer zu sehen, wo Darwin diese Idee
auf die Natur übertrug. Das offensichtliche Design und die offensichtliche
Ordnung in der Natur sind ein zufälligerNebeneffekt des
egoistischen Kampfes mit dem Ziel, mehr Nachkommen zu hinterlassen.
3. Warum wartete Darwin 20 Jahre, bevor er seine Ideen veröffentlichte?
Wenn es nicht wegen seiner Bescheidenheit war (das ist ein anderer
Mythos, den Gould zerstörte), dann ist es klar, dass er Angst
hatte, etwas zu offenbaren. ...
War es sein Glaube an die Evolution? Nein. Evolution war eine
durchaus übliche Vorstellung zu Darwins Zeit. Es war wegen der
Bombe, von der er wusste, dass sie hinter seiner Theorie lag;
gemeint ist der reine, radikale Materialismus.
Er wusste schon als junger Mann, dass er 'den Schlüssel zu einer
der größten Reformideen der Geschichte hatte und er ging systematisch
daran, jeden Wissenszweig von Psychologie bis Geschichte neu zu
schreiben.' 5 Offensichtliches
Design ohne Designer zu erklären – das war der Schlüssel zu Darwins
Theorie, nicht die Idee von der Evolution als gewöhnliche Abstammung.
4. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Angriff auf das Design
eine Menge mit der Reaktion gegen Kapitän Fitzroy 6
auf der Beagle zu tun hatte. Der Kapitän hatte genau
entgegengesetzte politische Ansichten wie Darwin. So war Darwin
zum Beispiel ein eifriger Gegner der Sklaverei, während Fitzroy
glaubte, Sklaverei sei etwas Gutes. Anscheinend hatte sich der
gute Kapitän lange und redegewandt über Paleys Argument für Design
ereifert 7, das
gebraucht wurde, um viele seiner Ideen zu rechtfertigen. Es gab
wohl nichts, was Paleys Argument besser zu Fall hätte bringen
können als Darwins überzeugende Idee, dass Design ein zufälliger
Nebeneffekt von anderen zufälligen Veränderungen ist.8
5. Darwin wusste, dass seine Ansicht von der völligen Planlosigkeit
natürlich nicht zielgerichteten Fortschritt einschließen konnte;
Evolution mit zielgerichtetem Fortschritt ist die unrealistische
Auffassung, die heute von so vielen ihrer Anhänger vertreten wird
(besonders von Anhängern der theistischen Evolution). In Wahrheit
ist es wohl so, dass er das Wort 'Evolution' erst in seinem letzten
Buch von 1881 benutzte, als er den inzwischen populären Ausdruck
für seine Idee gelten ließ. Die übliche Bedeutung von 'Evolution'
zu jener Zeit bedeutete Fortschritt. In einem Brief an
den Paläontologen Hyatt schrieb Darwin:
"Ich kann nicht vermeiden zu folgern, dass es eine Tendenz
zu zielgerichteter Entwicklung nicht gibt."
6. Darwins gelegentliche Erwähnung eines 'Schöpfer' in früheren
Ausgaben von The Origin of Spezies scheint eine List gewesen
zu sein, um die Auswirkungen seiner materialistischen Theorie
zu dämpfen. Ernst Mayrs Buch über Darwin One Long Argument:
Charles Darwin and the Genesis of Evolutionary Thought, Harvard,
1991, bestätigt auch, dass Darwins Erwähnung einer Absicht dazu
diente, die Leser und seine Frau zu beruhigen. Seine frühen privaten
Notizbücher zeigen, dass sein Materialismus gut verankert war.
So nannte er sich in einem davon 'O, du Materialist' und schrieb:
'Warum ist die Auffassung, dass das Denken ein Sekret des Gehirns
ist, erstaunlicher als die Auffassung, dass die Schwerkraft eine
Eigenschaft der Materie ist?' Er stellte schon ganz deutlich heraus,
dass die Idee von einem eigenen Gebiet des Geistigen Unsinn ist,
was man auch daraus sehen kann, dass er sich selbst warnte, um
seine Überzeugungen nicht zu offenbaren:
' ....vermeiden zu sagen, wie weit ich Materialist bin, nur
sagen, dass Emotionen, Instinkte, erbliche Begabungen deshalb
so sind, weil das Gehirn des Kindes dem der Vorfahren ähnelt.'
Im Jahre 1837, als Darwin erst 28 Jahre alt war, schrieb er in
sein privates Notizbuch, auf Platos Ideen eingehend, dass unsere
Gedanken der Präexistenz unserer Seele entspringen 'lies Affen
anstelle von Präexistenz.' Er scheint leidenschaftlich die Ansicht
von Alfred Wallace, dass hinter der Evolution zum Menschen ein
'göttlicher Wille' stand, bekämpft zu haben. 9
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich Darwin vollständig
darüber im Klaren war, dass seine Idee ein frontaler Angriff gegen
die vorherrschende Annahme eines intelligenten Designers der Welt
war. Er könnte sie wohl genau für diesen Zweck formuliert haben.
Die Annahme von einem Gebiet des Geistigen jenseits der Materie
scheint für ihn schon in jungen Jahren ein abwegiges Thema gewesen
zu sein. Die erste Idee für seine Theorie von der natürlichen
Selektion kam nicht von der Beobachtung der Natur. Seine Aufzeichnungen
offenbaren auch manchmal, vielleicht nicht zufällig, eine besondere
Antipathie gegenüber dem Gott der Bibel, besonders gegen sein
Recht, Ungläubige in der Ewigkeit zu richten.
Darwin wusste, und die weltweit führenden Anhänger seiner Ideen
wissen das auch, dass der Glaube an dieses Konzept Materialismus
mit Großbuchstaben schreibt. Die Idee, dass es keinen Designer
gibt, keinen Zweck, keine leitende Intelligenz, keinen fortschreitenden
Plan – das sind keine nachträglichen Überlegungen zu Darwins Evolutionslehre,
sondern ihr wahrer Kern. Nimm Darwins 'Baby' an, und das 'Badewasser'
kommt in einem garstigen Gewand daher, wie der drastische Abfall
des Glaubens in Kirchen zeigt, die mit der Evolution Kompromisse
schließen.
Man kann nur beten, dass diese kirchlich gebundenen Evolutionsanhänger
mehr und mehr den giftigen Kern der Frucht sehen, die sie nicht
nur selbst schlucken, sondern zu deren Annahme sie auch noch andere
ermutigen, und dass viele, die dem Glauben fern stehen, erkennen,
dass es in einer evolutionären Welt keinen Plan gibt. Auf jeden
Fall kennen wir heute so viele Anhaltspunkte gegen die Evolution.
Die wahre Bedeutung des Lebens kann nur durch Jesus gefunden werden,
den nichtevolutionären, wundertätigen Schöpfer, dessen ewiges
Wort 'wahr ist, von Anfang an.'
Quellenangaben und Anmerkungen
- Diesem Artikel ( und allen Zitaten ohne
Quellenangabe) liegt der Mitschnitt eines Vortrags von Dr. Gould
zugrunde, den er am 6. Juni 1990 an der Viktoria University
in Wellington, Neuseeland, gehalten hat zum Thema: 'Die darwinistische
Revolution im Geistesleben.' Zurück zum Text
- Siehe Ken Hams Buch The
Lie: Evolution, Master Books, El Cajon CA, 1987 Zurück
zum Text. Siehe auch Einige
Fragen an Anhänger der theistischen Evolution.
- Nach meiner Erfahrung ist der wahre Atheist
sehr selten, auch unter den Menschen, die üblicherweise als
Ungläubige bezeichnet werden. Die meisten Leute sind aber sehr
schnell dabei, den heiligen Gott, der Schöpfer und Richter ist,
abzulehnen (siehe Römer
1) und verweisen sofort als Entschuldigung auf die Evolution.
Das lässt sie ihr eigener Richter sein und ihre 'eigene Sache'
verfolgen. Der logischen Konsequenz der Evolutionslehre begegnen
sie jedoch sehr zögerlich, weil sie dann nämlich jeden Sinn
ihrer Existenz ablehnen müssen, wie in diesem Artikel ausgeführt
ist. Zurück zum Text.
- Wo die Vermutung irgendeiner Art von Gericht
nach dem Tode in die populäre Kultur eindringen kann, wird die
biblische Lehre verdreht, dass wir alle sündig geboren sind
und dass der Glaube an Jesus Christus der einzige Weg ist, dem
zukünftigen Gericht zu entgehen. So wird uns zum Beispiel in
dem Film Ghost der starke Eindruck vermittelt, dass der
Held in irgendeine Art von Himmel eingeht (trotz Gotteslästerung,
Hurerei und keiner Anspielung auf irgendeine christliche Wiedergeburt),
während der andere, der nach dem Tode durch ominöse Schattengestalten
in Angst und Schrecken versetzt wurde, schon als Erzschurke
bekannt war. Die Botschaft ist, dass du ein sehr, sehr schlechter
Kerl sein musst, sogar ein Mörder, um irgendeine Strafe zu erleiden.
Zurück zum Text.
- Diese Beschreibung von Gould könnte leicht
Darwins Bild zu einem extrovertierten Menschen verzerren und
andere Seiten seines Charakters unbeachtet lassen. Dass er sowohl
zurückhaltend als auch ehrgeizig war, zeigt sich durch seinen
Aufschub von 20 Jahren (der wäre vielleicht länger gewesen,
wenn Wallace nicht geplant hätte, dieselbe Idee zu veröffentlichen).
Seine mysteriöse Krankheit (für lange Zeit als eine Form der
Angstneurose angesehen) könnte auf den Konflikt zwischen diesen
beiden Seiten seiner Veranlagung zurückzuführen sein. Zusätzlich
lastete auf ihm natürlich der ungeheure Druck, eine Idee in
die Welt setzen zu wollen, von der er gewusst haben muss, dass
sie das ganze Konzept des biblischen Gottes in Millionen von
Seelen auslöscht, wie aus diesem Artikel hervorgeht. Zurück
zum Text.
- Entgegen einem anderen häufigen Missverständnis
war Darwin nicht der Naturforscher des Schiffes – das war der
Schiffsarzt McCormack. Darwin war als Gesellschafter des Kapitäns
eingestellt (mit wissenschaftlicher Arbeit als akzeptierter
Nebenbeschäftigung), weil er von hinreichendem sozialen Status
für den aristokratischen Fitzroy war, der sonst den Konventionen
dieser Zeit zufolge hätte alleine speisen müssen und sehr einsam
gewesen wäre. Dafür musste sich Darwin alle jene Jahre ununterbrochen
unterhalten lassen durch die Meinungen des alles beherrschenden
Fitzroy. Man widersprach dem Kapitän nicht offen. Zurück
zum Text.
- William Paley war damals ein höchst einflussreicher
Denker und berühmt durch seine klassische Natural Theology.
Seine bekannteste Argumentation betraf die Gegenüberstellung
der maschinengleichen Präzision lebender Dinge und menschengemachter
Maschinen. Wenn also die Herstellung einer Uhr einen intelligenten
Uhrmacher erforderte, wie viel mehr brauchte dann die Natur
einen intelligenten Schöpfer? Unglücklicherweise wurden solche
Argumente auch benutzt, um deistische Ansichten des Universums
zu begründen, die ihrerseits alle Arten sozialer Unterdrückung
als göttlich unvermeidbar rechtfertigten. Paley verteidigte
nicht die Schöpfungsgeschichte oder die Bibel als solche. Zurück
zum Text.
- Dieses Scenario wird allgemein anerkannt
in dem Opus der theistischen Evolution Portraits of Creation
von Van Till, Snow, Stek und Young, William B. Eerdmans Publishing
Company, Grand Rapids, Michigan, 1990, S.22. Zurück
zum Text.
- William Fix, The Bone Peddlers, Macmillan
Publishing Company, New York, 1984, S. 213. Fix berichtet, dass
Darwin an Wallace schrieb: ,Es ist schwer zu ertragen, dass
ich nicht mit Ihnen übereinstimme...... ich hoffe, Sie haben
Ihr eigenes und mein Kind nicht restlos umgebracht.' (Wallace
hatte ebenfalls die natürliche Selektion als Mechanismus für
die Evolution vorgeschlagen). Zurück zum Text.
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