Kains Frau - Wer war sie?
Ken Ham, B.App.Sc., Dipl.Ed.
übersetzt von Angelika Torres
©2005
Ist sie nicht die Frau in der Geschichte, über die am
meisten gesprochen wird?
Wir kennen noch nicht einmal ihren Namen, und dennoch kam
sie 1925 in dem berühmten Prozeß gegen den Biologielehrer
John Thomas Scopes zur Sprache, in dem der Staat Tennessee Herrn
Scopes beschuldigte, Evolution gelehrt und somit ein Gesetz des
Staates übertreten zu haben. Kains Frau wurde ebenfalls
in den Filmen Inherit the Wind1
und Contact2 erwähnt
und seit Hunderten von Jahren in vielen Ländern der Erde
als Diskussionsthema aufgegriffen.
Skeptiker der Bibel haben durch die Frage nach Kains Frau
immer wieder versucht, den Schöpfungsbericht aus 1. Mose
als historisches Ereignis unglaubwürdig darzustellen. Leider
sind die meisten Christen nicht in der Lage, eine befriedigende
Antwort auf diese Frage zu geben. Infolgedessen ist die Welt
der Meinung, daß sie unfähig sind, die Autorität
der Heiligen Schrift und somit den christlichen Glauben zu verteidigen.
Nehmen wir zum Beispiel die geschichtlich bedeutsame Gerichtsverhandlung
in Tennessee gegen Herrn Scopes. Der den christlichen Glauben
vertretende Staatsanwalt William Jennings Bryan brachte es nicht
fertig, die Frage hinsichtlich Kains Frau zu beantworten, als
der Rechtsanwalt Clarence Darrow ihn danach befragte. Hier ist
ein Auszug aus dem Verhandlungsbericht:
Frage: Haben Sie jemals herausgefunden, wer Kains Frau
war?
Antwort: Nein, Herr Anwalt. Ich überlasse es den
Agnostikern, dieser Frage nachzugehen.
Frage: Sie haben dies also niemals herausgefunden?
Antwort: Ich habe nie versucht, es herauszufinden.
Frage: Sie haben niemals versucht, es herauszufinden?
Antwort: Nein.
Frage: Die Bibel sagt doch, daß Kain eine Frau hatte,
nicht wahr? Lebten zu der Zeit noch andere Menschen auf der Erde?
Antwort: Das kann ich nicht sagen.
Frage: Sie können es nicht sagen. Haben Sie jemals
über diese Frage nachgedacht?
Antwort: Sie hat mich niemals beunruhigt.
Frage: Von dem Dasein anderer Menschen wird nicht berichtet,
aber Kain besaß eine Frau.
Antwort: Das sagt die Bibel.
Frage: Sie wissen also nicht, woher sie stammte.3
Die Weltpresse hatte diese Verhandlung in den Mittelpunkt
des Interesses gestellt, und was sie hörte, hat bis heute
bedeutsame Auswirkungen auf das Christentum: Christen können
den biblischen Bericht nicht verteidigen!
Erst vor kurzem wurde dasselbe Beispiel von Carl Sagan in
seinem Buch Contact4
aufgenommen (das auf der Bestseller-Liste der New York Times
erschien) und in dem gleichnamigen Film verwandt, der sich auf
dieses Werk gründet.
Die in dem Buch erfundene Person Ellie berichtet, wie sie
von der Frau des Pfarrers, Vorsteher einer kirchlichen Diskussionsgruppe,
keine Antworten bekommen konnte:
Ellie hatte nie zuvor ernsthaft die Bibel gelesen
Deshalb
las sie an dem Wochenende vor der ersten Unterrichtsstunde die
Teile des Alten Testaments, die ihr wichtig erschienen, und versuchte
dabei, unvoreingenommen zu sein. Sie merkte sofort, daß
es in den ersten zwei Kapiteln des 1. Buches Mose zwei einander
widersprechende Schöp-fungsgeschichten gab
und sie
hatte Schwierigkeiten, genau heraus-zufinden, wen Kain nun geheiratet
hatte.5
Geschickt führt Sagan eine Anzahl gewöhnlicher Fragen
auf (Kains Frau inbegriffen), die Christen oft mit dem Versuch
gestellt werden, zu belegen, daß die Bibel
voll von Widersprüchen ist und nicht verteidigt werden kann.
Wahr ist, daß die meisten Christen diese Fragen wahrscheinlich
nicht beantworten können! Aber es gibt sie die Antworten!
Da die Kirchen und Gemeinden im Unterrichten von Apologetik6 nachgelassen haben, besonders
in Hinsicht auf das 1. Buch Mose, sind die meisten Gläubigen
nicht in der Lage, «allezeit bereit zur Verantwortung [gegenüber]
jedermann [zu sein], der Grund fordert der Hoffnung, die in euch
ist, und das mit Sanftmütigkeit und Furcht.» (1. Petrus
3, 15)
Warum ist die Frage nach Kains Frau wichtig?
Viele Skeptiker haben die Behauptung aufgestellt, daß
es auf der Erde Menschen anderer Abstammung gegeben haben muß,
die keine Nachkommen Adams und Evas waren. Nur so hätte
Kain eine Frau finden können. Diese Frage stellt vielen
ein Hindernis dar, den Schöpfungsbericht aus 1. Mose mit
nur einem Mann und einer Frau zu Beginn der Weltgeschichte anzuerkennen.
Deshalb müssen Verteidiger des Evangeliums in der Lage sein,
aufzuzeigen, daß alle menschlichen Wesen Nachkommen eines
Mannes und einer Frau (Adam und Eva) sind da nur deren
Nachkommen errettet werden können! Aus diesem Grunde ist
es wichtig, daß Gläubige die Frage hinsichtlich Kains
Frau beantworten und deutlich darlegen können, daß
sie ein Nachkomme Adams und Evas ist.
Bibellesung: 1. Mose 4, 1 - 1. Mose 5, 5
«Woher stammte Kains Frau?» ist eine der Fragen,
die Schöpfungslehrer in ihren Seminaren oftmals behandeln.
Um sie zu beantworten, benötigen wir zuerst einige Hintergrundinformationen
in Bezug auf die Bedeutung des Evangeliums.
Der Erste Mensch
«Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde
ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und
ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie
alle gesündigt haben.» (Römer 5, 12)
In 1. Korinther 15, 45 lesen wir, daß Adam «der
erste Mensch» war. Gott begann nicht mit der Erschaffung
einer Rasse von Menschen.
Die Bibel macht deutlich, daß nur die Nachkommen Adams
errettet werden können. Römer 5 lehrt uns, daß
wir sündigen, weil Adam gesündigt hat. Die Todesstrafe,
die Adam aufgrund seiner Sünde des Ungehorsams erhielt,
ist auch auf alle seine Nachkommen übertragen worden.
Da Adam das Haupt des menschlichen Geschlechtes war, als er
fiel, fielen auch wir. Somit sind wir
alle von Gott getrennt. Die endgültige Folge der Sünde
würde ewige Trennung von Gott in unserem sündigen Zustand
sein. Die gute Nachricht jedoch ist, daß es für uns
einen Weg gibt, zu Gott zurückzukehren.
Da ein Mensch Sünde und Tod in die Welt gebracht hatte,
benötigte das menschliche Geschlecht (alle Nachkommen Adams)
einen sündlosen Menschen, um die Strafe für Sünde
die Todesstrafe auf sich zu nehmen. Die Bibel lehrt
jedoch, daß «sie allzumal Sünder [sind].»
(Römer 3, 23) Wie lautete die Lösung?
Der Letzte Adam
Gott sorgte für einen Weg, um den Menschen aus seinem
verlorenen Zustand zu befreien. In 1. Korinther 15 erklärt
Paulus, daß Gott einen anderen Adam berief! Der Sohn Gottes
wurde Mensch ein vollkommener Mensch und mit uns
verwandt! Er wird «der letzte Adam» (1. Korinther
15, 45) genannt, da er die Stelle des ersten Adam einnahm. Er
wurde das neue Haupt und konnte, da er sündlos war, die
um der Sünde willen erforderliche Todesstrafe auf sich nehmen:
«Sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen
Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie
in Adam alle sterben, also wer-den sie in Christo alle lebendig
gemacht werden. (1. Korinther 15, 21.22)
Christus erlitt den Tod am Kreuz und vergoß dabei sein
Blut («
und ohne Blutvergießen geschieht keine
Vergebung» Hebräer 9, 22), so daß diejenigen,
die ihr Vertrauen in sein Werk am Kreuz setzen, ihre Sünde
des Ungehorsams (in Adam) bereuen und mit Gott versöhnt
werden können.
Daher können nur Nachkommen des ersten Menschen (Adam)
erlöst werden.
Alle verwandt
Da die Bibel alle Menschen als Sünder bezeichnet und
wir alle miteinander verwandt sind (Apg. 17, 26 «Und
er hat gemacht, daß von einem Blut aller Menschen Geschlechter
auf dem ganzen Erdboden wohnen
»), ergibt das Evangelium
nur einen Sinn auf der Grundlage, daß alle Menschen, die
je gelebt haben (außer der ersten Frau7), Nachkommen des ersten Menschen (Adam)
sind. Wenn dies nicht so wäre, könnte das Evangelium
weder erklärt noch verteidigt werden.
Somit gab es am Anfang nur EINEN Menschen von
dem Staub der Erde geschaffen (1. Mose 2, 7).
Diese Tatsache erklärt ebenfalls, daß Kains
Frau ein Nachkomme Adams ist. Sie hätte nicht von einer
anderen Menschenrasse stammen können und muß
somit als Adams Nachkomme angesehen werden.
Die Erste Frau
In 1. Mose 3, 20 lesen wir: «Und Adam hieß sein
Weib Eva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen.»
Mit anderen Worten, alle Menschen (mit Ausnahme von Adam) sind
Nachkommen Evas. Sie war die erste Frau.
Eva wurde aus Adams Rippe geschaffen (1. Mose 2, 21-24)
ein einzigartiges Ereignis. Im Neuen Testament benutzen sowohl
Jesus (Matthäus 19, 4-6) als auch Paulus (Epheser 5, 31)
dieses historische und einmalige Geschehen als Grundlage für
die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau.
Außerdem wird uns in 1. Mose 2, 20 mitgeteilt, daß
Adam beim Betrachten der Tiere keine Gefährtin finden konnte
es gab niemanden von seiner Art.
All dies macht deutlich, daß es am Anfang nur EINE
Frau und kein Geschlecht von Frauen gab.
Wie können Christen das Evangelium verstehen und erklären,
wenn sie nicht imstande sind, darzulegen, daß alle Menschen
(Kains Frau inbegriffen) ihre Herkunft letztendlich auf Adam
und Eva zurückführen können? Womit rechtfertigen
sie die Tatsache, Missionare zu jedem Stamm und in jede Nation
senden zu wollen? Wir Christen müssen in der Lage sein,
das Evangelium und alles, was es lehrt, zu verteidigen.
Kains Frau
Wer war Kain?
Kain war das in der Heiligen Schrift erwähnte erste Kind
Adams und Evas (1. Mose 4, 1). Er und seine Brüder, Abel
(1.Mose 4, 2) und Seth (1. Mose 4, 25), waren Teil der ersten
Generation Kinder, die je auf dieser Erde geboren wurde. Obwohl
diese drei Söhne insbesondere erwähnt werden, hatten
Adam und Eva noch andere Kinder.
Kains Brüder und Schwestern
In 1. Mose 5, 4 lesen wir eine Aussage, die das Leben Adams
und Evas zusammenfaßt: «[Und Adam] lebte darnach
achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.»
Adam und Eva hatten viele Söhne und Töchter. In
der Tat, der jüdische Historiker Josephus teilt uns mit,
daß «die Anzahl der Kinder Adams nach alter Tradition
33 Söhne und 23 Töchter betrug.»8
Die Heilige Schrift teilt uns nicht mit, wie viele Kinder
Adam und Eva geboren wurden. Aber betrachtet man ihre lange Lebenszeit
(Adam lebte 930 Jahre - 1. Mose 5, 5), erscheint es logisch,
anzunehmen, daß es viele gewesen sind! (Denkt an das Gebot,
das sie erhalten hatten: «Seid fruchtbar und mehret euch»
1. Mose 1, 28)
Die Frau
Wenn wir nun gänzlich von der Heiligen Schrift ausgehen,
ohne irgendwelche persönlichen Vorurteile oder andere außerbiblischen
Vorstellungen, müssen wir annehmen, daß zu der Zeit,
in der es nur die eine Generation gab, Brüder ihre Schwestern
heiraten mußten. Ansonsten hätte es keine weiteren
Generationen gegeben!
Uns wird nicht berichtet, zu welchem Zeitpunkt Kain geheiratet
hat. Es werden uns auch keine Einzelheiten anderer Ehen und Kinder
mitgeteilt, aber wir können mit Sicherheit davon ausgehen,
daß Kains Frau vermutlich seine Schwester oder eine nahe
Verwandte gewesen ist.
Einwände:
Gottes Gesetze
Viele lehnen unverzüglich die Schlußfolgerung ab,
daß die Söhne und Töchter von Adam und Evas miteinander
verheiratet waren. Sie berufen sich auf das Gesetz, das die Heirat
zwischen Bruder und Schwester verbietet. Einige sagen, daß
man seine Verwandten nicht heiraten kann. Aber wenn man nicht
seinen Verwandten heiratet, heiratet man keinen Menschen! Eine
Frau ist schon vor ihrer Ehe mit ihrem Mann verwandt, da wir
alle Nachkommen von Adam und Eva sind wir sind alle von
einem Blut. Dieses Gesetz, das nahen Verwandten verbot, zu heiraten,
wurde erst zur Zeit Moses gegeben (3. Mose 18-20). Unter der
Voraussetzung, daß die Heirat zwischen einem Mann und einer
Frau fürs Leben stattfand (laut 1. Mose 1 und 2), galt es
ursprünglich (vor der Zeit Moses) nicht als Ungehorsam dem
Gesetz Gottes gegenüber, wenn sich nahe Verwandte (sogar
Brüder und Schwestern) verheirateten.
Denkt daran, daß z.B. Abraham mit seiner Halbschwester
verheiratet war (1. Mose 20, 12)9. Erst zur Zeit Moses (ungefähr 400
Jahre später) verbot Gottes Gesetz solche Heiraten10.
Biologische Mißbildungen
In der heutigen Zeit ist es Brüdern und Schwestern (sowie
Halbbrüdern und Halbschwestern, usw.) gesetzlich nicht erlaubt,
sich zu verheiraten und Kinder zu bekommen.
Es ist wahr, daß Kinder, die durch eine Vereinigung
zwischen Bruder und Schwester entstanden sind, ein höheres
Risiko tragen, mißgebildet zu sein. In der Tat, je enger
das Paar miteinander verwandt ist, desto größer besteht
das Risiko einer mißgestalteten Nachkommenschaft. Diese
Tatsache ist auch für einen Laien leicht verständlich,
ohne in alle technischen Einzelheiten zu gehen.
Jede Person erbt von ihrer Mutter und ihrem Vater eine Gengruppe.
Leider enthalten Gene heute viele Fehler (aufgrund der Sünde
und des Fluches), die sich in einer Vielfalt von Arten zeigen.
Manche Menschen lassen z.B. die Haare über die Ohren wachsen,
um die Tatsache zu verstecken, daß ein Ohr niedriger gewachsen
ist als das andere. Bei anderen liegt die Nase nicht ganz in
der Mitte des Gesichtes, oder der Kiefer ist nicht wohlgeformt.
Laßt uns ehrlich sein, der Hauptgrund, warum wir uns als
normal ansehen, ist, weil wir es so beschlossen haben.
Je enger zwei Menschen miteinander verwandt sind, desto eher
werden sie ähnliche Fehler in ihren Genen, von den gleichen
Eltern geerbt, vorfinden. Deshalb ist es wahrscheinlich, daß
Bruder und Schwester in ihrer genetischen Substanz gleichartige
Fehler aufweisen. Entstünde eine Vereinigung zwischen diesen
beiden, würden deren Kinder eine Gengruppe von jedem Elternteil
erhalten. Da diese Erbanlagen wahrscheinlich gleichartige Fehler
aufweisen, paaren sich die Defekte und erzeugen Mißbildungen
bei den Kindern.
Umgekehrt, je weitläufiger Eltern miteinander verwandt
sind, desto wahrscheinlicher ist es, daß ihre Gene unterschiedliche
Fehler aufweisen. In solch einem Fall erhalten die Kinder, die
eine Gengruppe beider Elternteile erben, möglicherweise
einige der Genpaare, die jeweils nur ein schlechtes Gen enthalten.
Das gute Gen neigt dazu, sich über das schlechte Gen zu
schieben, so daß eine (auf jeden Fall schlimme) Mißbildung
nicht stattfindet. Anstatt z.B. gänzlich entstellte Ohren
zu haben, mag eine Person nur krumme Ohren haben! (Im allgemeinen
degeneriert das menschliche Geschlecht langsam, da sich die Defekte
mit jeder Generation anhäufen.)
Diese heute zutreffende Tatsache fand jedoch auf Adam und
Eva keine Anwendung. Die beiden ersten Menschen waren vollkommen,
als sie geschaffen wurden. Alles, was Gott gemacht hatte, war
«sehr gut» gewesen (1. Mose 1, 31). Das
heißt, daß ihre Gene vollkommen waren keine
Fehler! Aber als Sünde (durch Adam 1. Mose 3, 6)
in die Welt eintrat, belegte Gott die Welt mit einem Fluch, so
daß die vollkommene Schöpfung daraufhin zu degenerieren
begann, d.h. Tod und Verfall erlitt (Röm. 8, 22). Diese
Degeneration würde nach einer langen Zeit mit allen nur
möglichen Defekten in dem genetischen Material lebendiger
Wesen enden.
Aber Kain gehörte der ersten Generation Kinder an, die
je geboren wurden. Er (sowie seine Brüder und Schwestern)
hätten praktisch keine unvollkommenen Gene von Adam und
Eva erhalten, da die Folgen der Sünde und des Fluches am
Anfang eher minimal gewesen wären. Unter diesen Umständen
hätten Bruder und Schwester einander heiraten können,
ohne jegliche Gefahr mißgebildeter Nachkommen.
Zur Zeit Moses (ungefähr 2500 Jahre später) hatten
sich die Mißbildungen in der menschlichen Rasse zu solch
einem Ausmaß angehäuft, daß es für Gott
notwendig wurde, Gesetze zu erlassen, die die Heirat von Brüdern
und Schwestern (sowie engen Verwandten) verbieten (3. Mose 18-20)11.
(Außerdem gab es mittlerweile so viele Menschen auf
der Erde, daß es für enge Verwandte keinen Grund gab,
sich verheiraten zu müssen.)
Alles in allem scheint es drei zusammenhängende Gründe
für die Einführung von Gesetzen zu geben, die Ehen
mit engen Verwandten verbietet:
- ende Gefahr, entartete Nachkommen zu zeugen, zu schützen.
- Gottes Gesetze trugen dazu bei, die jüdische Nation
stark, gesund und innerhalb der Absichten Gottes zu erhalten.
- Diese Gesetze waren ein Mittel, um den einzelnen, die Familie
und die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit zu beschützen.
Der psychologische Schaden, der durch inzestuöse Vereinigungen
entsteht, sollte nicht als geringfügig hingestellt werden.
Kain und das Land Nod
«Also ging Kain von dem Angesicht des Herrn und wohnte
im Lande Nod, jenseit Eden, gegen Morgen. Und Kain erkannte sein
Weib, die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine
Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.»
Manche behaupten, daß der Abschnitt in 1. Mose 4, 16.17
aussagt, daß Kain ins Land Nod ging und dort eine Frau
fand. Sie schließen daraus, daß es somit eine andere
Menschenrasse auf der Erde gegeben haben muß, die kein
Nachkomme Adams war und somit Kains Frau zeugte.
Daß alle Menschen, Kains Frau eingeschlossen, Nachkommen
Adams sind, haben wir schon gelernt. Der obige Bibelabschnitt
sagt auch nicht aus, daß Kain in das Land Nod ging und
eine Frau fand er erkannte an jenem Ort seine Frau (hatte
Geschlechtsverkehr mit ihr). Jean Calvin kommentiert diesen Vers
wie folgt:
«Im Zusammenhang gesehen können wir zur Schlußfolgerung
kommen, daß Kain, bevor er seinen Bruder erschlug, eine
Frau geheiratet hatte; ansonsten hätte jetzt Mose etwas
hinsichtlich seiner Heirat gesagt.»12
Kain war verheiratet gewesen, bevor er ins Land Nod zog.13
Vor wem hatte Kain Angst? (1. Mose 4, 14)
Einige behaupten, daß außer den Nachkommen von
Adam und Eva noch viele andere Menschen auf der Erde gelebt haben
müssen, weil Kain sich ansonsten nicht so vor denjenigen
hätte zu fürchten brauchen, die ihn wegen des Totschlags
an Abel umbringen wollten.
Zum ersten hätten nur enge Verwandte von Abel einen Grund
gehabt, Kain Schaden anzutun.
Zum zweiten war zwischen Kains und Abels Geburt sowie Abels
Tod schon eine ziemlich lange Zeit vergangen. 1. Mose 4, 3 besagt
folgendes:
«Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain
dem Herrn Opfer brachte von den Früchten des Feldes.»
Ich betone nach etlicher Zeit. Wir wissen, daß
Seth geboren wurde, als Adam 130 Jahre alt war (1. Mose 5, 3).
Eva sah in ihm einen Ersatz für Abel (1. Mose
4, 25). Die Zeitspanne zwischen Kains Geburt und Abels Tod mag
somit 100 oder sogar noch mehr Jahre umfaßt haben. Diese
Tatsache läßt den anderen Kindern von Adam und Eva
genügend Zeit, sich zu verheiraten und Kinder zu zeugen.
Zu dem Zeitpunkt, als Abel getötet wurde, hat es schon eine
beträchtliche Anzahl Nachkommen von Adam und Eva geben können,
die mehrere Generationen umfaßte.
Woher stammte die Technik?
Einige sind der Meinung, daß es in dem Land Nod schon
eine gut ausgeprägte, möglicherweise von anderen Rassen
entwickelte Technik gegeben haben muß, damit Kain eine
Stadt bauen konnte.
Die Nachkommen von Adam und Eva sind sehr intelligente Menschen
gewesen. Uns wird berichtet, daß Jubal Musikinstrumente,
z.B. Geigen und Orgeln, baute (1. Mose 4, 21), und Thubalkain
mit Erz und Eisen arbeitete (1. Mose 4, 22).
Aufgrund intensiver evolutionärer Indoktrination sind
viele der Meinung, daß unsere Generation die am weitesten
entwickelte ist, die es je auf diesem Planeten gegeben hat. Nur
weil wir Düsenflugzeuge und Computer produziert haben, bedeutet
das nicht, daß wir die intelligentesten oder am weitesten
entwickelten Menschen sind. Diese moderne Technik ist in Wirklichkeit
nur eine Ansammlung von Wissen.
Wir müssen daran denken, daß unser Gehirn seit
6000 Jahren (seit Adam) unter dem Fluch leidet. Verglichen mit
Menschen, die vor vielen Generationen gelebt haben, sind wir
sehr herabgesunken. Wir sind lange nicht so intelligent und erfinderisch,
wie es die Kinder von Adam und Eva waren. Die Heilige Schrift
gibt uns fast von Anfang an eine Vorstellung von fortschrittlicher
Technik.
Kain hatte das Wissen und Talent zum Städtebau!
Schlußfolgerung
Einer der Gründe, warum viele Christen die Frage nach
Kains Frau nicht beantworten können, ist, weil sie dazu
neigen, auf die heutige Welt zu schauen (und die Probleme, die
mit der Heirat von engen Verwandten verbunden sein würden),
und nicht auf den klaren historischen Bericht, den Gott uns gegeben
hat.
Sie versuchen, die Schöpfungsgeschichte von unserer heutigen
Lage aus zu erklären, anstatt das wahre biblische Geschehen
in unserer Welt mit ihren durch Sünde erfolgten Veränderungen
zu verstehen. Da sie ihre Weltanschauung nicht auf die Heilige
Schrift gründen, sondern mit einer weltlichen Denkweise
an die Bibel herangehen, sind sie für die einfachen Antworten
blind.
Die Schöpfungsgeschichte ist ein Bericht des Gottes,
der anwesend war, als sich die Geschichte zutrug. Sie ist das
Wort des Einen, der alles weiß und ein verläßlicher
Zeuge aus der Vergangenheit ist. Nehmen wir das 1. Buch Mose
als Grundlage für unser Verständnis der Geschichte,
so ergeben sich untrügliche Beweise, die ansonsten ein echtes
Rätsel wären. Wenn die Evolution wahr wäre, dann
hätte die Wissenschaft ein noch größeres Problem
als Kains Frau. Sie müßte nämlich erklären
können, wie sich der Mensch durch Mutationen überhaupt
hätte weiterentwickeln können, da dieser Prozeß
in allen Kindern Mißbildungen zur Folge gehabt hätte.
Die bloße Tatsache, daß Menschen Kinder zeugen können,
die im großen und ganzen nicht entartet sind, ist ein Beweis
für die Schöpfung und nicht für die Evolution.
Sollten Sie an zusätzlicher Information interessiert
sein, schreiben Sie bitte an das nächstgelegene Büro
von Answers in Genesis (siehe Innenseite der vorderen Titelseite).
Answers in Genesis trachtet danach, Gott als
Schöpfer Lob und Ehre zu geben, und der Welt die Bibelwahrheit
hinsichtlich des wirklichen Ursprungs und der Geschichte der
Menschheit zu bestätigen.
Teil dieser wahren Geschichte ist die schlechte Nachricht,
daß Adams Rebellion Tod, Leid und Trennung von Gott in
diese Welt brachte. Wir sehen die Folgen überall. Aber die
gute Nachricht ist, daß Gott etwas dagegen getan hat.
«Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen
eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.»
(Joh. 3, 16).
Jesus Christus, der Schöpfer, obwohl gänzlich sündlos,
erlitt die Todesstrafe und Trennung von Gott, um den gerechten
Anforderungen der Heiligkeit und Gerechtigkeit seines Vaters
nachzukommen. «Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet;
wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt
nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.» (Joh.
3, 18)
(Wenn du daran interessiert bist zu erfahren, was die Bibel hinsichtlich des
ewigen Lebens zu sagen hat, dann schreibe bitte an das nächstgelegene Büro
von Answers in Genesis siehe vordere Innenseite.)
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Fax: (800) 727-2299
- Hollywood-Verfilmung der berühmten
Gerichts-verhandlung gegen Scopes. Ham, Ken. 1996. The
Wrong Way Round! Creation ex nihilo. Vol. 18(3), S. 38-41.
Menton, David. 1997. Inherit the Wind: An Historical Analysis.
Creation ex nihilo. Vol. 19(1), S. 35-38. Zurück
zum text.
- Film von Robert Zemeckis, herausgebracht
am 11. Juli 1997 von Warner Bros. Nach dem gleichnamigen Buch
Contact von Carl Sagan, 1985. Pocket Books, New York.
Zurück zum text.
- The Worlds Most Famous Court Trial,
Tennessee Evolution Case (A word-for-word report). 1990. Bryan
College (Neuauflage). S. 302. Zurück zum text.
- Sagan, Carl. 1985. Contact. Pocket Books,
New York. Zurück zum text.
- Sagan, Carl. 1997 (deutsche Übersetzung).
Contact. Knauer Verlag, München. S. 28. Zurück
zum text.
- Apologetik - griech. avpologi,a (apologia),
die wissenschaftliche Verteidigung und Rechtfertigung unseres
Glaubens an Jesus Christus und unserer Hoffnung auf Erlösung,
wie in 1. Petr. 3, 15 angeordnet. Dies erfordert eine gründliche
Kenntnis der Heiligen Schrift und beinhaltet die Lehren hinsichtlich
der Schöpfung, der Erbsünde, des Fluches, der Sintflut,
der jungfräulichen Geburt, des Lebens und Wirkens von Jesus
von Nazareth, des Kreuzes, der Kreuzigung, der Auferstehung,
der Himmelfahrt, der Verheißung auf das zweite Kommen sowie
die eines Neuen Himmels und einer neuen Erde. Der Apologet muß
die Fähigkeit besitzen, diese verschiedenen Lehren logisch
und deutlich erklären zu können, so daß der Glaube
und die Hoffnung in Jesus Christus gerechtfertigt sind. Zurück
zum text.
- In gewissem Sinne war auch Eva ein Nachkomme
Adams, da sie aus seinem Fleisch erschaffen wurde und somit eine
biologische Verbindung zu ihm bestand
(1. Mose 2, 21-23). Zurück zum text.
- Josephus, Flavius. (übersetzt von William
Whiston, A.M.) 1981. The Complete Works of Josephus. Kregel Publications,
Grand Rapids, Michigan. S. 27. Zurück zum
text.
- Ein anderes Beispiel wäre Isaaks Frau,
Rebekka, sie war Isaaks Kusine zweiten Grades (1. Mose
24, 15) Zurück zum text.
- 3. Mose 18-20 Zurück
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- Einige haben behauptet, daß durch
derartige Gesetzesänderungen bewiesen ist, daß Gott
seine Entscheidung geändert hat. Aber dem ist nicht so!
Gott führte unseretwillen neue Gesetze ein aufgrund
der Veränderungen, die die Sünde mit sich brachte,
und weil sich Gott nie ändert. Zurück
zum text.
- Calvin, Jean. 1979, Neuauflage. Commentaries
on the First Book of Moses Called Genesis. Baker House, Grand
Rapids, Michigan. Vol. 1, S. 215. Zurück
zum text.
- Auch wenn Calvins Anregung zu diesem Thema
inkorrekt wäre, hätten dennoch zahlreiche Nachkommen
von Adam und Eva ausreichend Zeit gehabt, auszuziehen und sich
in anderen Gebieten, wie z.B. im Land Nod, niederzulassen. Zurück zum text.
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